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Wie alles begann
Früher mussten Bewohner von Dörfern und Städten hilflos mit ansehen wie ganze Häuserreihen oder Ortsteile ein Raub der Flammen wurden. Deshalb begannen sich die Bürger Mitte des 19. Jahrhunderts zu organisieren, um die Brände zu bekämpfen. Im Jahr 1876 wurde im landkreis ebersberg der Bezirksverband ebersberg gegründet. Aus dem selben Jahr datiert auch die Gründung der Feuerwehr Schalldorf, aus der die heutige freiwillige Feuerwehr Emmering hervorgegangen ist.
Bei der Gründung der Wehr hat sich ein gewisser <Georg Kogler> aus Schalldorf besonders eingesetzt. Georg Kogler war dann auch der erste Kommandant der Schalldorfer Feuerwehr.
Der Wehr gehörten im Gründungsjahr 67 Mann an. Aus dem Kassenbuch ist ersichtlich, dass damals jedes Mitglied einen Beitrag von 20 Pfennigen zu entrichten hatte.
Als Löschgeräte dienten einfache Kolbenpumpen auf Rädern, die von Pferden gezogen wurden. Die Pumpen wurden dabei über einen großen Hebelarm von mehreren Feuerwehrmännern mit Muskelkraft betätigt. Um genügend Wasser und Druck zu erhalten, mussten manchmal mehrere solcher Handspritzen hintereinander gekuppelt werden. In der Gemeinde Schalldorf waren drei dieser Handspritzen vorhanden. Eine Spritze stand im alten Gerätehaus in Schalldorf, die beiden anderen in einem Geräteschuppen in Emmering. Die Feuerwehr emmering ist auch heute nach über 100 Jahren noch im Besitz einer dieser mit viel Messing gefertigten Handspritzen. Bei besondern Anlässen wird diese wieder auf Hochglanz poliert und mit einem Pferdegespann vorgeführt.
Ende des 19. Jahrhunderts war die Schalldorfer Wehr auf 140 mann angewachsen. man nahm an der alljährlichen Bezirksverbandsversammlung (vergleichbar mit dem heutigen Kreisfeuerwehrtag), sowie bereit an 10- und 25-jährigen Gründungsfesten von Nachbarvereinen teil. Einsätze wurden in der Gemeinde und in Nachbargemeinden gefahren.
Als Kommandanten sind in den Annalen der Schalldorfer Floriansjünger neben Georg Kogler noch Namen wie Otto Gambos, Josef Rottmoser, Josef Kleinmaier und Liborius Trenkler zu finden.
Im Jahr 1911 wurde die Fahne der Feuerwehr Schalldorf angeschafft. Der Leitspruch dieser lautete: "Einer für Alle - Alle für Einen"
In den Jahren von 1927 bis 1937 waren auffallend viele Brände zu verzeichnen. Allein im Gemeindebereich hatte die Wehr in diesen Jahren 12 Brände zu bekämpfen. Die Alarmierung erfolgte dabei durch die Emmeringer Kirchenglocken. Es wurde damals von den "Roten Freitagen" gesprochen. Als Brandursache dürfte dabei des öfteren der sogenannte "Hamberger Blitz" zugeschlagen haben. Um diesem Feuerteufel Einhalt zu gebieten wurden Brandwachen gebildet, die nachts vom Wirt von Bruckhof aus patrouillierten.
Während der Kriegsjahre zählte die Feuerwehr unter dem Kommandanten Liborius Trenkler etwa 60 Mann. Ein vom damaligen Schriftführer Josef Schäfer gemachter Eintrag in der Mitgliederliste der Freiwilligen Feuerwehr Schalldorf beschreibt dei Verhältnisse während des Krieges. Der Wortlaut dieser 1949 getätigten Eintragung lautet:
" Nach dem Kriegsbeginn Adolf Hitlers, am 01. September 1939, wurden die Freiwilligen Feuerwehren direkt der Polizei und diese dem Reichsführer der SS Himmler unterstellt. Als Heimatverfügungseinheiten wurden die Freiw. Feuerwehren unfreiwillig Organisationen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Unsere Wehr war ab 1937 ausgerüstet mit einer Magirus TS 8/8 und einem vollgummibereiften Anhänger, der zuerst an die Gespannspritzen angehängt wurde. Später, etwa 1938 wurden sie an schon vereinzelt vorhandene Schlepper angehängt. Im Jahre 1942 erwarb die Gemeinde aus dem stillgelegten Bestand von Fahrzeugen der NSDAP aus Berchtesgaden einen PKW, 100 PS, 8 Zylinder, Modell Horch, als Zugmaschine. Dieses Gespann fand ab 1943 bis Kriegsende 1945 im April/Mai oft in München bei den Bombenangriffen seinen bewährten Einsatz, der öfters mehrere tage dauerte. Die Seiten in diesem Buch, die entfernt wurden, enthielten die namen der Wehrmänner, die bei Luftkriegseinsätzen beteiligt waren. Kommandant Liborius Trenkler hat damit Anhaltspunkte beseitigt, die eine Verurteilung der Beteiligten als Mitglieder einer NS Organisation im Damaligen Entnazifizierungsgeschehen, verhindert hat. Die nachgetragenen Angaben stammen vom damaligen Kommandanten und Wegführer Liborius Trenkler, Hofberg. -- 1949-- gez. Schäfer"
Ende des Wortlauts
Die 1937 angeschaffte erste Motorspritze mit einem 2-Takt-Motor auf einem Magirusanhänger wurde, wie aus obigem Wortlaut zu entnehmen ist, an die Handspritzen angehängt. später wurde dieser Spritzenanhänger mit dem ersten "Dieselroß" das der <Muiner Martl> von Mühlbichl besaß, gezogen.
Nach Kriegsende hatte der Kommandant Markus Kehr die Führung der Wehr übernommen. Das Feuerwehrhaus wurde damals von den Amerikanern vorübergehend als Schlachtraum benutzt.
1948 übernahm Liborius Trenkler, der Sohn des früheren Wehrführers, das Amt des Kommandanten.
Im Oktober 1951 wurde in der Gemeinde das 75jährige Stiftungsfest der Feuerwehr gefeiert.
Der 1942 erworbene Horch, Baujahr 1928, 5 Liter Hubraum, diente bis 1960 als Zugfahrzeug für die Anhängerspritze. Behördliche Auflagen hätten den völligen Umbau des prachtvollen Fahrzeugs erfordert, so dass es außer Dienst gestellt wurde und die Spritze wieder mit Traktoren gezogen wurde. Leider erkannte man damals den Wert eines solchen Fahrzeuges in späteren Jahren nicht und es wurde zum Schrottpreis abgegeben.
Im Mai 1961 wurde der 85. Kreisfeuerwehrtag des Landkreises Ebersberg verbunden mit einer Fahnehweihe in Emmering begangen. Es beteiligten sich 43 Feuerwehren, darunter eine Wehr aus Österreich. Die Weihe der Fahne wurde vom damaligen Pfarrer Albert Michel vorgenommen.
1963 wurde das erste selbstfahrende Einsatzfahrzeug durch die Gemeinde Schalldorf gekauft. Es handelte sich dabei um einen Ford Transit mit einem Ziegler-Aufbau und einer Tragkraftspritze TS 8/8. Diese Tragkraftspritze ist bis heute in Einsatz. Die Einsatzbereitschaft wurde dadurch erheblich gebessert.
Der langjährige Kommandant Liborius Trenkler gab 1973 das Amt des Kommandanten ab, blieb der Wehr aber als Vorstand weiter erhalten. Als Nachfolger wurde Peter Kirchlechner aus Schalldorf gewählt. Der heutige Vorstand Peter Streu wurde zum stellvertretenden Kommandanten bestellt.
Durch einen Irrtum wurde bereits 1974 das 100jährige Stiftungsfest gefeiert.
Durch die Gebietsreform von 1978 wurde aus der Gemeinde Schalldorf die Gemeinde Emmering. Die Wehr behielt jedoch weiterhin ihren Namen "Freiwillige Feuerwehr Schalldorf". Durch die Gebietsreform wurden die Orte Kronau und Angelsbruck der Gemeinde Emmering zugeschlagen.
Im Februar 1979 wurde Max Maier jun. als Kommandant der Wehr gewählt und übt dieses Amt somit seit über 22 Jahren aus.
In Eigenregie von mehr als 40 Feuerwehrlern wurde der damalige Geräteschuppen umgebaut. Sämtliche Arbeiten wurden dabei von den Aktiven durchgeführt, so dass die Gemeinde "lediglich" die Materialkosten zu tragen hatte. Im August 1981 erhielt dann das neue Gerätehaus mit Fahrzeughalle und einem Aufenthaltsraum durch Pfarrer Konrad Ederer den kirchlichen Segen.
Den bisher größten Einsatz hatte die Feuerwehr Schalldorf-Emmering im Jahr 1981 zu bewältigen. Am 10. Februar brach aus ungeklärter Ursache beim "Kerndl" in Kronau ein Feuer aus. Trotz des raschen Eingreifens der Feuerwehren aus den Landkreisen Ebersberg und Rosenheim griff das Feuer auf das Nachbargebäude vom "Oekl" über. Beide landwirtschaftlichen Anwesen brannten nieder.
Durch das neue Bayerische Feuerwehrgesetz vom 01.01.1982 beschloss man die Gründung eines eingetragenen Vereins. 1983 wurde dabei aus der Freiwilligen Feuerwehr Schalldorf die Freiwillige Feuerwehr Emmering e.V.. Zum Vorstand des Feuerwehrvereins wurde Peter Streu gewählt, als zweiter Vorstand ging Pankraz Kirchlechner aus Wollmannsberg aus der Wahl hervor.
Das Emmeringer Feuerwehrlied wurde 1984 von Walter Czermak sen. geschrieben. Die Melodie dazu komponierte Hardy Fischer. Am 01 Juli 1984 erfolgte die Uraufführung des Liedes zum 60. Geburtstag von Walter Czermak.
In den Jahren 1983 bis 1984 wurde das alte Spritzenhaus in Schalldorf in Eigenleistung mit über 400 Arbeitstunden renoviert. Abgeschlossen waren diese Renovierungsarbeiten am 11.09.1984.
Am 03.06.1984 nahmen wir an der Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr in Emmering/Fürstenfeldbruck teil. Bereits am 02.06.1984 waren einige Feuerwehrler in Emmering, diese wurden dabei zu Ehrenbürgern der Gemeinde Emmering/Fürstenfeldbruck ernannt.
Nach dem verheerenden Hagelunwetter in der Nacht vom 13.07.1984 auf 14.07.1984 waren wir an den Aufräumungsarbeiten im Gemeindegebiet Pöring mit 23 Aktiven insgesamt 141 Stunden beteiligt.
Da die Einsatzfahrten mit dem mittlerweile 20 Jahre alten Ford Transit zu abenteuerlichen Fahrten wurden, setzte sich die Feuerwehr mit der Gemeinde wegen der Beschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges in Verbindung. In der monatlichen Vorstandsitzung vom 07.10.1985 wurde dabei der schwerwiegende Beschluss gefällt, dass im Hinblick auf die Sicherheit der Feuerwehrkameraden mit dem alten Feuerwehrauto keinerlei Fahrten mehr durchgeführt werden. Am 8. November 1985 konnte dann das langersehnte neue Löschfahrzeug vom Typ<Iveko Magirus>im Werk in Ulm abgeholt werden. Dieses Fahrzeug enthält neben den üblichen Löschgeräten schweren Atemschutz und eine Schaumausrüstung, sowie Platz für eine ganze Löschgruppe. Die Fahrzeugweihe wurde am 9. März 1986 durch Pfarrer Konrad Ederer durchgeführt.
Das letzte ganz große Fest feierte die Emmeringer Wehr am 27. Juli 1986. Im Rahmen des 110-jährigen Gründungsfestes fand auch die Weihe der neuen Fahne der Wehr statt. Die Patenschaft übernahm dabei die Freiwillige Feuerwehr Rott a. Inn, zu der seit nunmehr Jahrzehnten ein guter und enger Kontakt besteht. Die Festlichkeiten dauerten von Freitag 25.07. bis Montag 28.07.1986. Der Bieranstich erfolgte durch den Schirmherrn und damaligen 1. Bürgermeister Herrn Leonhard Obermaier. Höhepunkt der 110-Jahresfeier war die Feldmesse mit Fahnenweihe. Diese wurde von über 40 Fahnenabordnungen aus dem Landkreis Ebersberg und dem Nachbarlandkreis Rosenheim umrahmt. Das reichhaltige Festprogramm umfasste u.a. ein Steinheben, einen bunten Abend, die Fahnenweihe, einen Tanzabend, sowie ein Kesselfleischessen. Die Wehr hatte im Festjahr 6 Löschgruppen mit insgesamt 60 Aktiven.
1987 begann mit einem traurigen Ereignis. Am 11.03.1987 verstarb Franz Vogl, der als Kreisbrandmeister und aufgrund seiner Einsatzbereitschaft unserer Wehr viel Wissen vermittelte.
1987 wurde mit insgesamt 1411 Übungs- und Einsatzstunden ein neuer Rekord aufgestellt.
Das Jahr 1989 zeigte, dass die Aufgaben einer freiwilligen Feuerwehr immer vielfältiger werden. Als Einsatzarten wurden dabei: Beseitigung eines Hornissennestes, Hausbrand, PKW-Brand, 13 Einsätze des Heuwehrgerätes sowie Bergung eines Traktors aus einem Weiher mit anschließender Ölsperre und Beseitigung des Ölteppichs aufgeführt.
1991 wurden bereits 1893 Stunden geleistet. Dabei schlugen 11 Einsätze mit gesamt 922 Stunden zu Buche. Am 13.1.1991 wurde die Feuerwehr zur Suche einer vermissten Person alamiert. Leider konnte die Person nur noch tot in der Attel gefunden werden. Außerdem standen neben der Brandbekämpfung wieder einige kuriose Einsätze an. So musste u.a. ein Kalb aus einer Jauchegrube geborgen werden.
Bei der Jahreshauptversammlung am 26.03.1996 wurde Thomas Zacherl als stellvertretender Kommandant gewählt und löste dabei den langjährigen 2. Kommandanten Peter Streu ab.
1996 war für unser Wehr ein relativ ruhiges, jedoch ein sehr tragisches Jahr. Bei einem Verkehrsunfall am Karfreitag kamen die zwei Freunde ums Leben.
Zur Zeit leisten bei unserer Emmeringer Wehr 76 Aktive in 6 Löschgruppen ihren Dienst unter dem Motto "Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr".
Es bleibt zu hoffen, dass sich auch weiterhin genügend junge Menschen finden, die soviel Idealismus aufbringen und ihre Freizeit opfern, um in Not geratene Menschen und Tieren zu helfen und um Hab und Gut zu schützen. An dieser Stelle sei allen Feuerwehrleuten, die heute nicht mehr unter uns sind, für ihre stetige Einsatzbereitschaft gedankt. Lassen wir uns trotz der stetig steigenden Anforderungen und dem wachsenden Bürokratismus nicht abbringen zu helfen, getreu dem Spruch: " Einer für Alle, Alle für Einen".
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